Samstag, 15. Juni 2013

[Rezension] Michael Crichton: Andromeda


Klappentext:
Als eine unbemannte amerikanische Raumsonde von ihrer Bahn abkommt und in einer kleinen Siedlung in Arizona landet, sterben die Einwohner kurz darauf einen plötzlichen Tod. Offensichtlich hat die Sonde eine rätselhafte Seuche eingeschleppt. Keiner weiß, was der Erreger dieser Epidemie ist, der sich hinter dem Kennwort „Andromeda“ verbirgt…

Inhalt:
In der kleinen Siedlung Piedmont in Arizona sterben an einem Tag alle Menschen – genau zu der Zeit, als eine unbemannte Raumsonde, die von ihrer geplanten Umlaufbahn auf Abwege gekommen war, dort landete. Es ist sofort klar, dass die Sonde einen Virus eingeschleppt haben musste – den tödlichsten Virus aller Zeiten.


Meine Meinung:
Michael Crichton ist ja einer meiner Lieblingsautoren. Er schreibt einfach fantastisch, spannend, die beste Science-Fiction, die ich kenne. Auch dieses Buch hat nichts dieser Eigenschaften eingebüßt – bis auf das Ende ist es richtig, richtig gut.

Aber, tja… das Ende. Ich beschreibe euch mal die Spannungskurve. Sie steigt… steigt bis zur Mitte des Buches, steigt weiter – und dann fällt sie innerhalb von ein, zwei Seiten auf Null. Das Ende ist grauenvoll – als hätte Crichton das Buch unbedingt fertig schreiben müssen. Auf den letzten Seiten fehlen die Erleichterung, dass „der Fall gelöst war“, die Spannung fehlt, und vor allem werden nicht die kleinsten Fachbegriffe erwähnt, was ein Zeichen dafür ist, dass nichts mehr wichtig war. Die Handlung sackte einfach in sich zusammen. Das macht das ganze Buch zunichte – das Ende sollte ja wohl authentisch sein. Und das Ende ist doch das Wichtigste… Hier macht es all die ausgestandene Angst absolut lächerlich.

Aber ansonsten ist es, wie gesagt, einfach super. Unverständliches Wissenschaftler-Kauderwelsch, viele Grafiken und Diagramme, wie es sich für ein Crichton-Buch gehört. Leider hat es nur 252 Seiten, und man könnte es locker in einem Rutsch durchlesen. Hätte er das Ende noch ein wenig ausgeschmückt, würde die Kürze vermutlich gar nicht auffallen…

Was mich noch stört, ist, dass Crichton hier macht, als wäre das echt passiert – in der Vorbemerkung meinte er so etwas, vielleicht habe ich mich auch verlesen, und bei einigen Grafen stehen Dinge wie „Mit freundlicher Genehmigung des Wildfire-Labors“ oder so. Dabei ist das wissenschaftlich gar nicht möglich, und man findet natürlich auch im Internet nichts davon. Soll das einfach ein Gag sein?

Fazit:
Ein klasse Buch, wird leider durch das Ende teils zunichte gemacht, ist aber trotzdem lesenswert.



The Andromeda Strain
ISBN: 3-426-03258-9
Verlag: Knaur
Seiten: 252

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